Dicker auftragen und Mut zur Lücke – Bewerben Sie sich erfolgreich im englischsprachigen Raum

Sie lesen zwar auf den Seiten einer Übersetzungsagentur, aber in einem Fall müssen wir Ihnen von einer Übersetzung abraten: nämlich dann, wenn es sich um Ihre Bewerbungsunterlagen für einen Job im englischsprachigen Raum handelt. Denn diese sind wesentlich anders aufgebaut als eine deutsche Bewerbung. Um die erste Hürde im Bewerbungsprozess zu schaffen, sollten Sie Ihre Bewerbung den Gepflogenheiten der Amerikaner, Briten, Australier usw. anpassen.

Wir verraten Ihnen, worauf es ankommt und sind Ihnen gerne bei der Lokalisierung – also der Anpassung Ihrer Unterlagen an die lokalen Gegebenheiten – behilflich.

1) Der Lebenslauf (amerikanisch Résumé, englisch CV)

Kurz und prägnant – so sollte Ihr möglichst einseitiger Lebenslauf sein. Schneiden Sie Ihren Lebenslauf konkret auf die Anforderungen der Stelle zu und haben Sie Mut zur Lücke, wenn ein Nebenjob oder ähnliches für die Ausschreibung irrelevant ist.

Zum Aufbau:

Überschrift: Nennen Sie Ihren Namen in der Überschrift und vergessen Sie nicht, sämtliche Umlaute aufzulösen.

Personal Details: Unter Ihrem Namen sollten Sie Ihre Kontaktdaten (Adresse, E-Mailadresse und Telefonnummer) auflisten. Angaben zu Geschlecht, Familienstand, Religion, Alter sowie Fotos haben in amerikanischen Bewerbungen nichts zu suchen, da Bewerber aufgrund dieser Angaben diskriminiert werden könnten. Auch in anderen englischsprachigen Ländern sind diese Angaben unüblich.

Summary/Personal Profile: Dieser Punkt ist kein Muss, eine etwa dreizeilige Zusammenfassung Ihrer bisherigen Karriere und Ihrer Fähigkeiten gibt dem Personaler jedoch einen schnellen Überblick über Sie.

Professional Experience/Work Experience: Die Auflistung der Berufserfahrung sollte mit der letzten bzw. der aktuellen Position beginnen und neben dem Namen des Unternehmens die Dauer der Beschäftigung sowie Ihre Aufgaben und Verantwortlichkeiten nennen.

Education: Wenn Sie einen oder mehrere Hochschulabschlüsse haben, sollten diese mit dem höchsten Abschluss zuerst genannt werden. Studierende und Hochschulabsolventen können diesen Punkt vor die Berufserfahrung ziehen und einzelne Fächer bzw. Studienschwerpunkte hervorheben. Auch Weiterbildungen können an dieser Stelle genannt werden, die Grundschulbildung darf getrost weggelassen werden.

Skills: Hier finden Sprach- und Computerkenntnisse und andere Fähigkeiten Ihren Platz.

Activities/Hobbies/Volunteer Experience: Am unteren Ende des Lebenslaufes können Sie andere Aktivitäten und Interessen nennen.

References: Anstelle von Arbeitszeugnissen ist es im englischsprachigen Raum üblich, dass sich ein interessiertes Unternehmen persönlich an einen früheren Arbeitgeber oder eine andere Person, die Ihren guten Ruf bestätigt wendet. Geben Sie deshalb zwei Referenzen und deren Kontaktdaten an. Bedenken Sie, dass diese natürlich in der Lage sein sollten, eine solche Anfrage auf Englisch beantworten zu können!

Kein Datum, keine Unterschrift: Bewerbungen für den englischsprachigen Raum kommen ohne diese aus.

Zum Stil:

Der deutsche Nominalstil hat in einer englischen Bewerbung nichts zu suchen. Die Sprache Ihrer Bewerbung sollte aktiv und dynamisch sein. Mit Verben wie achieved, executed oder improved können Sie herausstellen, was Sie bereits erreicht haben – gerade für Amerikaner dürfen Sie an dieser Stelle auch selbstbewusst und etwas dicker auftragen.

2) Das Anschreiben (cover letter)

Mit Ihrem einseitigen Anschreiben wollen Sie sich von Ihrer besten Seite präsentieren und sich selbst bestmöglich vermarkten. Fertigen Sie keine ausgeschriebene Version Ihres Lebenslaufes an, sondern betonen Sie einzelne Erfahrungen und Fähigkeiten, die konkret zur Stellenausschreibung passen.

Zum Aufbau:

Bewerberadresse, Datum und Unternehmensadresse: Ähnlich wie im Deutschen sieht der Briefkopf eines englischen Anschreibens aus. Beim Datum sollten Sie das amerikanische Datumsformat „Monat/Tag/Jahr“ beachten.

Anrede mit Doppelpunkt: Eine persönliche Anrede macht sich besser als ein allgemeines „Dear Hiring Manager:“ – gehen Sie die sprichwörtliche Extrameile und erkundigen Sie sich nach dem Ansprechpartner, falls dieser nicht in der Ausschreibung genannt wird. Und verwenden Sie einen Doppelpunkt anstelle eines Kommas nach dem Namen des Adressierten in amerikanischen Bewerbungen.

Einleitung, Hauptteil, Schluss: Schreiben Sie in Ihren Einleitungsabsatz, auf welche Stelle Sie sich bewerben und wenn nötig, wie Sie auf diese Stelle aufmerksam geworden sind. Berichten Sie in etwa drei Absätzen, welche Vorzüge Sie dem Unternehmen bieten und warum Sie der passende Kandidat für die Stelle sind. Betonen Sie zum Schluss nochmals Ihr Interesse an der Arbeitsstelle und Ihre Motivation, für das Unternehmen zu arbeiten und enden Sie nach „Yours sincerely“ (GB) oder „Sincerely“ (AE) mit Ihrer Unterschrift.

Zum Stil:

Vermeiden Sie lange, verschachtelte sowie passive Sätze im Nominalstil – Personaler lesen viele Bewerbungen am Tag und aussagekräftige Sätze mit aktiven Verben sind deutlich verständlicher. Seien Sie selbstbewusst und optimistisch, jedoch ohne überheblich zu wirken.

3) Ganz allgemein

Ihr Anschreiben und Lebenslauf sollten frei von Rechtschreibfehlern sein und je nach Zielland konsistent die britische oder amerikanische Schreibweise verwenden. Ihre Unterlagen sollten erkennbar zusammen gehören – Schriftart und -größe sollten identisch sein. Wenn Sie Ihre Bewerbung postalisch verschicken, verwenden Sie hochwertiges Papier und eine amerikanische Bewerbung sollte dem dortigen Papierformat angepasst werden.

Gerne unterstützen wir Sie bei der Ihrer Bewerbungsunterlagen und wünschen Ihnen viel Erfolg!

Bewerbung auf Englisch | Lennon.de | Strand & Reifenspuren

By Ratfink1973 (Own work) [Public domain], via pixabay

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