Sieben Todsünden bei der Übersetzung von Geschäftsberichten

Sieben Todsünden bei der Übersetzung von Geschäftsberichten

1. Inhaltliche Fehler …

… schleichen sich ein, wenn das Fachwissen fehlt.

Ihr Geschäftsbericht ist inhaltlich anspruchsvoll und auf ein spezielles Zielpublikum zugeschnitten. Wer aber die Materie nicht beherrscht, macht bei der Übersetzung schnell inhaltliche Fehler. Im schlimmsten Fall zieht das sogar rechtliche Folgen nach sich. Um nach allen Regeln der Kunst einen Geschäftsbericht zu übersetzen, muss man die Inhalte begreifen. Fachwissen und Branchenkenntnisse sind dazu unerlässlich! Optimal sind neben fundierten Sprachkenntnissen daher eine akademische Ausbildung und langjährige Erfahrung in einem Fachgebiet.
Kompetente Fachübersetzer garantieren nicht nur die inhaltliche Qualität der Texte, sondern erkennen sogar inhaltliche Fehler in den zu übersetzenden Dokumenten. Und dank ihres Backgrounds wissen sie auch, dass der Schreibstil im Anhang anders ist als im Lagebericht – und dort wiederum anders als im Imageteil.

2. Denglisch und holprige Sätze …

… ergeben einen inkonsistenten Bericht.

Niemand trifft den Ton besser als Muttersprachler. Weil sie die Zielsprache „leben“, passen sie Inhalte stilistisch an kulturelle Gegebenheiten und Sprachgewohnheiten an. Natives übersetzen niemals wortwörtlich. Einzige Ausnahme: Wenn sich der Auftraggeber eine Übersetzung wünscht, die sich möglichst eng an den Ausgangstext hält. Hier kommt der Übersetzungsagentur eine wichtige Beratungsfunktion zu: Auch wenn der deutsche Bericht vielleicht eher zurückhaltend formuliert ist, kann es sinnvoll sein, in der Zielsprache dennoch den branchenüblichen Stil zu wählen. Authentizität punktet!
Auch scheinbare Kleinigkeiten zählen: So dürfen Übersetzer innerhalb eines Finanzdokuments niemals britisches und US-amerikanisches Englisch vermischen. Zum Beispiel stehen die Anführungszeichen auf „British English“ immer oben (nach dem Schema 6699 – und keine geraden Anführungszeichen).

3. Fehlendes Terminologiewissen …

… sorgt für Begriffswirrwarr.

Große Firmen verfügen über eine unternehmensinterne Terminologie mit Abkürzungen, Abteilungs- und Funktionsbezeichnungen und vielem mehr – bestenfalls in allen Sprachen, in denen die Unternehmenskommunikation abgewickelt wird. Doch damit ist es nicht getan: Bei der Übersetzung von Geschäftsberichten sollte man zudem die verschiedenen Rechnungslegungsvorschriften kennen und sich ständig über die aktuellen Terminologien von HGB, IFRS usw. informieren. Denn die sprachlichen Unterschiede zwischen verschiedenen Standards halten so manchen Fallstrick bereit!
Eine gute Übersetzung ist sprachlich durch und durch konsistent: Begrifflichkeiten in Überschriften, Tabellen und Fließtext stimmen in allen Berichtsteilen überein.

4. Geschwafel auf Deutsch …

… führt zu Übersetzungssalat.

Spricht der Geschäftsbericht klares Deutsch, ist das die beste Voraussetzung für eine gute Übersetzung. Trotz der nötigen Detailtreue sollten die Texte hervorragend strukturiert sein, damit der Durchblick gewahrt ist – nicht nur für die Investoren, sondern auch für das Übersetzungsteam. Ist die Sprache zu steif, kann es bei der Übersetzung sinnvoll sein, Satzkonstruktionen aufzubrechen und Sätze zu kürzen.
Das Ziel ist erreicht, wenn sich beispielsweise die englische Übersetzung eines deutschen Berichts leichter liest als der Ausgangstext. Denn eins darf man nicht vergessen: Die meisten Finanzexperten sprechen zwar Englisch – aber für die wenigsten ist es ihre Muttersprache.

5. Gähnende Langeweile …

… schreckt ausländische Investoren ab.

Menschen lieben Geschichten. Was viele US-Firmen aus dem Effeff beherrschen, setzt sich in Deutschland erst langsam durch: das Storytelling. Ausländische Zielgruppen lieben aber genau das – eine Story, die sich wie ein roter Faden vom Imageteil bis zum Lagebericht zieht. Vor allem dann, wenn ihnen deutsche Marken nicht von Kindesbeinen an vertraut sind. Eine packende Unternehmensstory legt die Grundlage für eine lebendige Übersetzung.

6. Stückwerk …

… bremst die Unternehmenskommunikation aus.

Viele Übersetzungen, viele verschiedene Sprachstile? Oft weichen Geschäfts- und Quartalsberichte, Einzel- und Konzernabschlüsse, Wertpapierprospekte und Ad-hoc-Meldungen sprachlich voneinander ab. Das Unternehmen sollte aber durch einen einheitlichen Stil abgebildet werden, der sich durch die gesamte Kommunikation zieht. Ein qualifiziertes Übersetzungsteam und eine langjährige, enge Zusammenarbeit mit dem Kunden sorgen für Texte aus einem Guss.

7. Mangelnder Datenschutz …

… führt zu fehlendem Vertrauen.

Nicht erst seit Inkrafttreten der DSGVO legen Konzerne Wert auf Datenschutz. Gerade Finanzdaten sollten vor der offiziellen Veröffentlichung nur einem kleinen, diskreten Kreis zugänglich sein. Eine vertrauenswürdige Übersetzungsagentur muss darum die Anforderungen der Datenschutz-Grundverordnung auf jeden Fall erfüllen und ihre Einhaltung vertraglich absichern. Dazu gehören auch AVV und die Verpflichtung nach Wertpapierhandelsrecht (Insiderhandel). Am besten setzt die Agentur bei der Übersetzung von sensiblen Texten auf einen Stamm fest angestellter Mitarbeiter.

Foto: By TheDigitalArtist [Public domain], via pixabay

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