Kommunikationstalent Pflanze

Kommunikationstalent Pflanze

Wie Bäume und Pflanzen untereinander, aber auch mit Tieren und Pilzen kommunizieren und dabei ganz ohne Übersetzer auskommen!

Dass Tiere auf unterschiedlichste Weise miteinander als auch mit Menschen kommunizieren, ist bekannt, vor allem wenn man an unsere oft nicht überhörbaren tierischen Mitbewohner denkt. Nicht so weit verbreitet ist das Wissen, dass auch Pflanzen kommunizieren – und nicht nur von der Wurzel bis zum Blatt, sondern miteinander, über Speziengrenzen hinweg und doch unhörbar für den Menschen.

Das Dilemma der Tabakpflanze

Utah, Mojave-Wüste. Die Forschungsabteilung des jenaschen Max-Planck-Instituts für Chemische Ökologie beobachtet die äußerst „gesprächige“ Tabakpflanze. Und die befindet sich in einem Dilemma: Um ihre Pollen zu verteilen, ist das Nachtschattengewächs auf Falter und Motten angewiesen, die diese verteilen. Zum Leid der Pflanze legen die Nachtfalter jedoch gerne ihre Larven auf den Blättern der Pflanze ab und ihr geschlüpfter Nachwuchs tut sich an den Blättern gütlich. Doch die Pflanze weiß sich zu wehren! Nimmt sie den Speicheln von Käfern oder Raupen war, erhöht sie den Nikotinanteil in ihren Blättern. Die Folge: Die meisten Insekten sterben infolge des Nervengifts oder beißen gar nicht erst zu. Außer den Raupen des Tabakschwärmers. Doch auch gegen sie weiß sich die Raupe zu wehren: Über ihre Blätter sendet sie Duftstoffe aus, die Wespen und Raubwanzen anlocken – und sich über die Tabakraupen hermachen. Auch unser heimischer Mais lockt auf ähnliche Weise Fressfeinde an, um sich schädlicher Raupen zu entledigen.

Die Pflanzen senden Warnungen

Zurück zu den Fähigkeiten der Tabakpflanze: Wird es dem Nachtschattengewächs mit den Faltern und ihrem Nachwuchs zu bunt, öffnet es – statt wie üblich bei Nacht – tagsüber seine Blüten und lockt Kolibris mit seinem Nektar an. Die Vögel tun der Pflanze nichts zuleide und verteilen gleichzeitig ihre Pollen. Warum die Tabakpflanze nicht ganz auf Kolibris setzt? Das können die Forscher um Ian Baldwin (noch) nicht beantworten, denn so kommunikativ ist sie dann doch nicht, die Nicotina attenuata.

Über das Senden von Duftstoffen über die Luft kommuniziert nicht nur die Tabakpflanze, Akazien warnen sich beispielsweise auf diese Weise gegenseitig, wenn einen von ihnen von Antilopen angeknabbert wird. Die Bäume im Umkreis von etwa 100 Metern erhöhen dann allesamt den Gerbstoffanteil in ihren Blättern – damit werden ihre Blätter bitter und für die Antilopen ungenießbar.

Unterirdische Kommunikation

Nicht nur überirdisch funktioniert die Kommunikation zwischen Pflanzen. Wood Wide Web nennen Forscher augenzwinkernd das gigantische Wurzelnetzwerk der Pflanzen. Pilze, sogenannte Mykorrhizen, durchziehen den Boden wie eine Art Glasfasernetz und stellen so Verbindungen zwischen den Bäumen her. Über diese können Wurzeln chemische als auch elektrische Signale versenden und empfangen und so auf Warnungen vor Giften oder „Hilferufe“ eines jungen, hungernden Baumes mit einer Nährstoffladung reagieren.

Noch wissen wir sehr wenig über die stille Kommunikation vieler Pflanzen. Fest steht jedoch: Im Wald wird mehr geschnackt als angenommen und Pflanzen haben sich im Laufe der Evolution beeindruckende Sprachkenntnisse angeeignet.

Quellen:
http://www.geschenkewald.de/files/Baumzeitung%20SONDERPRODUKTE_Baumklettern_1_2014_BK_1_2014.pdf 
http://www.deutschlandfunkkultur.de/die-intelligenz-der-pflanzen.1067.de.html?dram:article_id=175633
http://www.zeit.de/2014/24/pflanzenkommunikation-bioakustik

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