Warum ein Internationaler Tag des Übersetzens?

Es gibt den Weltglückstag, den Internationalen Tag der Demokratie, den Kindertag, den Welttag des Wassers – und seit diesem Jahr auch offiziell den Internationalen Tag des Übersetzens. Immer wieder führen Institutionen der Vereinten Nationen neue Gedenk- und Aktionstage ein, um auf eine bestimmte Gruppe Menschen, ein Ereignis, eine Krankheit, eine Ressource aufmerksam zu machen. Eine absolut richtige Entscheidung der UN-Generalversammlung, finden wir, ein bisschen Gedenken, ein bisschen Aufmerksamkeit können wir als Übersetzer durchaus gebrauchen!

Wir fühlen uns besonders geehrt, denn Berufsgruppen sind in der Liste der Welttage bisher spärlich vertreten: Nur Seefahrern, Lehrern und UN-Friedenstruppen wird bisher gedacht – und jetzt natürlich auch uns, den Sprachdienstleistern.

In diesem Jahr stimmte die UN-Generalversammlung für den ersten „Internationalen Tag des Übersetzens“. Am 30. September sollen zahlreiche Veranstaltungen weltweit unter dem Thema „Übersetzung und Diversität“ ein Bewusstsein für die Bedeutung der Übersetzung in Vergangenheit und Gegenwart wecken und die Menschen hinter diesen Dienstleistungen zeigen, mit denen jeder tagtäglich mehrfach konfrontiert ist – von der Literatur bis zum Fachbuch, vom Theater bis zum Film, von Werbung bis zu Gebrauchsanweisungen. Lennon.de macht mit – in diesen Blogs.

Doch was genau hat die UN-Generalversammlung dazu bewegt, unser zu gedenken?

In der Begründung vom 24. Mai 2017 heißt es, der Feiertag solle die professionelle Arbeit von Übersetzern würdigen, die eine wichtige Rolle darin spielen, Nationen zusammenzubringen, den Dialog, das Verständnis und die Zusammenarbeit zwischen ihnen zu ermöglichen, zur Entwicklung beizutragen und den Weltfrieden und Sicherheit zu stärken. Sprachmittler ermöglichen kulturelle und linguistische Diversität, eine Voraussetzung für Offenheit und Gerechtigkeit, die so gleichzeitig die Welt eint.

Diversität, die gleichzeitig eint?

Ein Paradoxon, dem wir uns verschrieben haben. Denn kulturelle und sprachliche Diversität sind sehr eng miteinander verbunden – unsere Sprache ist ein Teil unserer kulturellen Identität. Verlieren wir sie, verlieren wir einen Teil unsere Kultur. Übersetzungen ermöglichen beides, Sprachen und Kulturen zu erhalten und gleichzeitig Wissen über sie an andere zu vermitteln.

Wenn wir beispielsweise Produktinformationen für den globalen Markt übersetzen, passen wir sie der lokalen Zielsprache  und ihrer Kultur an. Diese Art des Übersetzens nennt man Lokalisierung: Anstatt die Originalsprache dem Zielland näherzubringen, passen wir den Text den Bedürfnissen, dem Wissen und den kulturellen Gegebenheiten des Ziellandes an.

Anders verhält es sich beispielsweise bei Literatur- oder Filmübersetzungen: Hier stehen die kulturellen und sprachlichen Eigenheiten der Ausgangssprache im Vordergrund und werden der Zielkultur durch die Übersetzung nähergebracht.

Homogenisierung versus mehr Öffentlichkeit

Ein weiteres Paradoxon unserer Arbeit: Die Globalisierung hat internationale Zusammenarbeit in vielen Bereichen verstärkt und den Bedarf an professionellen Übersetzungen erhöht. Doch die Gefahr steckt in kultureller und sprachlicher Homogenisierung, denn einige wenige Sprachen dominieren über der Mehrheit der heute lebenden Sprachen. Nehmen wir beispielsweise die Wissenschaft; wer als Forscher auf dem internationalen Parkett wahrgenommen werden möchte, muss seine Arbeiten heute auch ins Englische übersetzen lassen, so mancher veröffentlicht gar nicht mehr in seiner Muttersprache. Gleichzeitig ermöglicht eine „einheitliche Wissenschaftssprache“ (soweit ist es ja noch nicht), dass sich ein diverses Publikum, ein breites Spektrum an Forschern, Studierenden und Laien, die des Englischen mächtig sind, auf die Arbeiten zugreifen können.

Übersetzung und Diversität

Passend zu diesen Paradoxien des Übersetzens das Thema des diesjährigen Tages: Übersetzung und Diversität. Definiert wurde dieses vom Internationalen Verband der Übersetzer (FIT), der den Tag schon 1991 ins Leben rief. Das gewählte Datum des 30. September ist übrigens nicht willkürlich: Es ist der Todestag heiligen Hieronymus (347 – 420 n.Chr.), der als einer der wichtigsten Sprachgelehrten der alten Kirche angesehen wird. Er übersetzte das Alte Testaments aus dem Hebräischen ins gesprochene Latein.

Übersetzung und Diversität – diesem Thema wollen wir uns in dieser Woche in verschiedenen Blogs widmen!

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