Lebensrettende Übersetzungen

Übersetzer in Krisen- und Konfliktgebieten

In unserem Büro im schönen Münster gehen wir als fest angestellte Übersetzer von Lennon.de Language Services einem sicheren Job nach – in vielerlei Hinsicht. Wir haben ein regelmäßiges Einkommen und auch sonst brauchen wir uns vor nichts fürchten. Nicht all unseren Kollegen weltweit geht es so: In einigen Teilen der Welt ist der Job eines Übersetzers oder Dolmetschers tatsächlich sehr gefährlich.

In den Tagen rund um den International Translation Day beschäftigen wir uns mit einigen Facetten des Übersetzens – heute mit seinen Risiken für Menschen, die lebenswichtige oder konfliktentschärfende Sprachvermittlung leisten.

In diesem Jahr stimmte die UN-Generalversammlung für den ersten „Internationalen Tag des Übersetzens“. Am 30. September sollen zahlreiche Veranstaltungen weltweit unter dem Thema „Übersetzung und Diversität“ ein Bewusstsein für die Bedeutung der Übersetzung in Vergangenheit und Gegenwart wecken und die Menschen hinter diesen Dienstleistungen zeigen, mit denen jeder tagtäglich mehrfach konfrontiert ist – von der Literatur bis zum Fachbuch, vom Theater bis zum Film, von Werbung bis zu Gebrauchsanweisungen. Lennon.de macht mit – in diesen Blogs.

Unmissverständliche Kommunikation ermöglichen

In Kriegs- und Krisengebieten ist gute und unmissverständliche Kommunikation zwischen Konfliktparteien, der Bevölkerung, den Friedenshütern und humanitären Organisationen essentiell, der Bedarf an unparteiischen Übersetzern und Dolmetschern groß. Denn die Sprachmittler übertragen nicht nur Worte, sie vermitteln und erklären zwischen Kulturen und verhärteten Fronten.

So gab es während der ersten Monaten der Ebola-Epidemie in Westafrika für die lokalen Bevölkerungen ausschließlich Informationsmaterial und Präventionsmaßnahmen auf Englisch und Französisch. 80  Prozent der Menschen konnte damit nichts anfangen, für sie waren die Informationen so hilfreich wie eine Broschüre auf Norwegisch für Deutschsprechende. Eine Gruppe freiwilliger Übersetzer um die Organisation „Übersetzer ohne Grenzen“ (TWB) machte es sich deshalb zur Aufgabe, die Poster und Flyer nicht nur in sechs der lokalen Sprachen zu übersetzen, sondern die Inhalte auch den kulturellen Gegebenheiten und den Bedürfnissen den analphabetischen  Bevölkerungsteilen anzupassen.

Und der afghanische Dolmetscher Abdul Hafiz schrieb in einem Beitrag für das Feuilleton der FAZ, er sage seinem Chef manchmal, was er besser nicht sagen solle, um kulturelle Affronts zu vermeiden.

Zwischen den Fronten

Doch immer wieder gerät diese Berufsgruppe zwischen die Fronten, vor allem in Konfliktgebieten. Als zum Beispiel die USA sich aus dem Irak zurückzog, bangten viele Sprachmittler um ihre Sicherheit und die ihrer Familien. Afghanische Übersetzer und Dolmetscher, die im Dienst der Bundeswehr standen, reichten 2012 eine Petition beim Bundestag ein und erbaten mit dem schrittweisen Abzug der Bundeswehr um Aufnahme in Deutschland, da sie sich vor der Bedrohung der Taliban fürchteten.

Ihre Identität können einheimische Übersetzer im Job kaum geheim halten, weil sie auf öffentlich auftreten und von Polizei, Milizen, Nachbarn und anderen gesehen werden. Während ihrer Anstellung beim Militär oder internationalen Organisationen genießen sie besonderen Schutz, das Ende eines Einsatzes birgt jedoch oft enorme Risiken für die Sprachmittler.

Übersetzungen zur Krisenbewältigung

Warum sind Übersetzer und Dolmetscher überhaupt bereit, solche Risiken auf sich zu nehmen? Gerade Anstellungen bei ausländischen Institutionen sind in der Regel besser bezahlt und bieten in Zeiten der Krise ein sicheres Einkommen für sie und ihre Familien; auch einen Beitrag zur Besserung der Konflikt- oder Krisensituation zu leisten, ist für Übersetzer oft ein Grund, ihre Sprachdienstleistungen anzubieten.

Auch wenn sich internationale Organisationen einig sind, dass Übersetzungs- und Sprachleistungen zur erfolgreichen Bewältigung von Krisen und Konflikten essentiell sind, würden Übersetzer oft zu spät hinzugezogen, sagt TWB und fordert, Sprachleistungen sollten ein vollwertiger Bestandteil von Krisenmechanismen werden.

Quellen:

http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/debatten/dolmetschen-in-afghanistan-die-uebersetzer-11899993.html

http://www.newstatesman.com/health/2014/10/how-translators-can-help-stem-ebola-crisis

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