Übersetzungen in Leichte Sprache

Was ist Leichte Sprache?

Leichte Sprache ist eine gut verständliche Sprache. Das heißt: kurze Sätze, einfache Grammatik, keine Verschachtelungen im Satz, Aktiv statt Passiv.

Leichte Sprache gibt es inzwischen in vielen Fremdsprachen. Auf Englisch nennt man sie Plain English. Leichte Sprachen sind keine Kindersprachen. Jeder soll wichtige Informationen verstehen und lesen können. Auch Menschen mit einer Behinderung oder Ausländer.

Steigende Nachfrage

Die Nachfrage nach Texten in einer gut verständlichen Sprache, die jedem zugänglich sind, steigt. Ministerien und Ämter müssen seit dem 2002 verabschiedeten Behindertengleichstellungsgesetz jeweils zwei Versionen ihrer Texte anbieten: barrierefrei und nicht-barrierefrei. Die Augsburger Allgemeine bietet auf ihren Internetseiten immer einige Nachrichten in Leichter Sprache an, „nachrichtenleicht“ verfasst alle Texte in Leichter Sprache.

Rechtsdeutsch in Leichter Sprache im niedersächsischen Sozialgesetzbuch klingt zum Beispiel so:

„Sie können selber Auto fahren.
Dafür brauchen Sie aber ein besonderes Auto.
Das schwere Wort dafür ist:
Behinderten-Gerechtes Auto.
Das Integrations-Amt hilft Ihnen dabei.”

Schwierige Übersetzung in Leichte Sprache

Es ist schwerer, als man denkt, einen Text in Leichte Sprache zu übersetzen! Denn sie hat ihre eigenen Regeln, auch in Leichter Sprache kommt es auf Sprachgefühl und Wortwahl an. Und die größte Kunst besteht darin, die Inhalte der Ausgangstexte nicht zu boulevardisieren, die komplexe Informationsdichte lediglich zu entzerren – und dabei zu vermeiden, nur um der Verständlichkeit willen falsche Kausalzusammenhänge herzustellen.

Die Übersetzerbranche reagiert langsam auf den zunehmenden Abbau der Sprachbarrieren: Einige Agenturen bieten ausschließlich Übersetzungen von kompliziert in einfach an, die Caritas und der Bund Deutscher Übersetzer bieten Fort- und Weiterbildungen für eine Spezialisierung in Leichter Sprache an.

Unvermeidbare Informationsverluste – wie schützt man sich vor Haftung

Auch Professorin Christiane Maß von der Universität Hildesheim setzt sich für die Professionalisierung Leichter Sprache in Deutschland ein und beschreibt den Konflikt ‚Lesbarkeit versus Informationsrecht‘, in dem Übersetzer sich befinden: „Dieses Dilemma besteht zwar auch beim Übersetzen zwischen unterschiedlichen Sprachen […], jedoch bei weitem nicht in so ausgeprägtem Maße wie beim Übersetzen in Leichte Sprache.“ Um Informationsstrukturen aufzulösen und in Einzelaussagen zu unterteilen, weiterführende Erläuterungen einzubringen, Begrifflichkeiten zu erklären, verlängern sich Texte zwangsläufig. Und die Leserschaft Leichter-Sprache-Texte ist kaum diejenige, die besonders lange Texte bevorzugt. Schlanke, leicht zu lesende Texte erfordern dann jedoch Informationsverluste.

Das niedersächsische Landesamt für Soziales, Jugend und Familie schützt sich deshalb so vor Haftung:

„Der Text in Leichter Sprache soll Sie nur informieren.
Der Text ist nur ein Zusatz-Angebot.
Der rechtsgültige Text ist das Gesetz.
Der Text in Leichter Sprache ist rechtsunwirksam.“

Übersetzungen in Leichte Sprache | Lennon.de | Kleider und Hüte

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