Wo ein Komma tödlich ist

Und warum wir für das Überleben eines gefährdeten Satzzeichens kämpfen

Zugegeben, im Verlauf der Geschichte erlebte das Komma immer wieder Konjunkturschwanken. Der zeichenbewusste Leser deutscher und englischer Texte kennt das – mal wird es nahezu inflationär genutzt, mal erfährt es kaum Nachfrage, häufig wird es falsch gesetzt und zwar nach Gefühl. Und das manchmal mit fatalen Folgen:

“A panda walks into a café. He orders a sandwich, eats it, and then draws a gun and fires two shots into the air.
‘Why?’ asks the confused waiter, as the panda makes towards the exit. The panda produces a poorly punctuated wildlife manual and tosses it over his shoulder.
‘I’m a panda,’ he says, at the door. ‘Look it up.’
The waiter turns to the relevant entry and, sure enough, finds an explanation.
‘Panda. Large black-and-white bear-like mammal, native to China. Eats, shoots and leaves.‘“

Auf diesem Witz basiert der Titel von Lynne Truss‘ Buch „Eats, Shoots and Leaves“, in dem sie für eine Nulltoleranz gegenüber falscher und auslassender Zeichensetzung wirbt. Weil Zeichensetzung eben Zeichen setzt. Nicht ohne Grund entwickelten Mönche vor 800 Jahren das Komma, um Sätze zu gliedern und Vorlesern zu markieren, wann sie Luft holen konnten. So hat uns das Komma jahrhundertelang das Lesen und das Verstehen des Gelesenen erleichtert. Denn genau das tut dieses Satzzeichen: es imitiert die Melodie und den Rhythmus der gesprochenen Sprache im Geschriebenen, es unterteilt den Satz in Sinneinheiten und kann mitunter den Sinn eines Satzes verändern.

Denn auch im Deutschen kennen wir Beispiele, in denen Menschen einem Komma ihr Leben verdanken. In “Komm, wir essen Opa!“ versus „Komm, wir essen, Opa!“ entscheidet das Satzzeichen über das Schicksal des Großvaters.

Nicht immer geht es so dramatisch zu, doch fehlende, falsch gesetzte oder überflüssige Kommata können Missverständnis hervorrufen oder zu unterschiedlichen Interpretationen führen. So würden Männer und Frauen diesen Satz wohl unterschiedlich interpunktieren: “A woman, without her man, is nothing” oder aber „A woman: without her, man is nothing.“

Und lohnt es sich nun, mehr zu arbeiten oder nicht – oder gar überhaupt nicht mehr?

Es lohnt sich nicht, mehr zu arbeiten.
Es lohnt sich, nicht mehr zu arbeiten.
Es lohnt sich nicht mehr, zu arbeiten.

Neben dem Unwissen über Kommaregeln hat sich mit dem Aufschwung sozialer Medien und digitaler Kommunikation über Smartphones das Satzzeichen-Sterben, allen voran das des Kommas, drastisch erhöht. Manche sprechen gar von seinem Aussterben. Weil wir als Übersetzungsagentur für unmissverständliche und klare Sprache einstehen kämpfen wir tagtäglich für das Überleben richtiger Kommasetzung. Und natürlich für das Überleben des Pandas, denn sonst verlöre unser Plädoyer an Überzeugungskraft.

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